Burgruine Bad Liebenstein

Burgruine Bad Liebenstein © Tobias Kromke
Burgruine Liebenstein
Burgruine Liebenstein
Burgruine Liebenstein
Die Burgruine Bad Liebenstein thront auf einem Hügel über dem gleichnamigen Kurort, etwa drei Kilometer östlich der Burg Altenstein. Ihre Entstehung ist umstritten, möglicherweise erbauten sie die Herren von Stein oder die Frankensteiner Grafen. Im 13. Jahrhundert konkurrierten mächtige Adelsfamilien und Kircheninstitutionen um die Vorherrschaft in dieser Region, was zur Errichtung zahlreicher Burgen und schließlich zum Thüringer Erbfolgekrieg führte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die nahegelegene Burg Neuenburg im Jahr 1330. 1360 verkaufte Wenzel II. vom Stein die Burg Altenstein an den Thüringer Landgrafen Balthasar, woraufhin die Ritter vom Stein sich auf Burg Liebenstein niederließen. Ab 1386 bildeten sie die Liebensteiner Linie "Stein zu Liebenstein". 1406 taucht erstmals der Name "Lybinstein" auf. Im Bauernkrieg 1525 bewahrte Lips von Stein die Burg durch kluges Taktieren vor der Zerstörung. Ein Brand im Jahr 1567, verursacht durch das Reichsexekutionsheer, beschädigte Teile der Burg. Seit 1920 gehört die Burgruine dem Freistaat Thüringen. 1932 wurde ein Aufstieg in der Ruine als Aussichtsturm eingerichtet. Während der DDR-Zeit pflegten Heimatfreunde die Burg. Ab 1991 übernahm ein Verein der Natur- und Heimatfreunde die Betreuung und seit 1998 ist die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten Eigentümerin. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und archäologische Ausgrabungen wurden seit 2006 durchgeführt. Zwei prächtige Ahornbäume, die 1958 als Naturdenkmal ausgewiesen wurden, wachen bis heute über die Burg und erzählen von der reichen Geschichte. Besuchen Sie die Burg Liebenstein und entdecken Sie ein Kapitel deutscher Geschichte, das von mittelalterlichen Konflikten und romantischer Wiederentdeckung geprägt ist. Aus der Welt der Sagen: Der Sage nach sollte einst ein Burgherr die Einmauerung eines armen kleinen Kindes veranlasst haben, weil er dem Glauben erlag, dass der Bau nur durch ein Menschenopfer gelingen könne. Sein Gefolge verweigerte angesichts der Unschuld des Kindes die Ausführung der Tat, nur die beiden Lehrjungen erklärten sich zur Umsetzung des Auftrages bereit. Ihre Leichen fand man bald darauf am Ufer der Werra. In Gestalt von Eulen fliegen ihre Seelen solange schreiend durch die Burg, wie noch ein Stein auf dem anderen liegt. Nach einer anderen düsteren Überlieferung wartet in der Ruine eine Frau, die im Leben böse gegen die Armen gewesen sein soll, in Gestalt der Weißen Frau auf Erlösung. Der von ihr bewachte Schatz habe wohl schon so manchen Abenteuer auf den Berg gelockt. Tipp: Ein Wanderweg führt in 25 Minuten vom Kurhaus Bad Liebenstein hinauf zum Burgberg. Dabei durchqueren Besucher auch jenes Waldstück, in dem Martin Luther einst „entführt“ und zu seiner eigenen Sicherheit auf die Wartburg gebracht wurde. Die Öffnung ist im Winterhalbjahr durch eine gehisste Fahne gekennzeichnet, Besichtigungen sind mit Voranmeldung möglich.
Dieser Text ist gekürzt.

Events: Burgruine Bad Liebenstein

In der Nähe entdecken